Dating – Was ist das heutzutage?

Dating 2019. Lass uns Freunde sein. Einfach nur Freunde. Ich bin noch nicht bereit für eine Beziehung. Aber ich möchte, dass wir Dinge tun, die man in einer Freundschaft eigentlich nicht macht. Wir sind nicht zusammen, ich gehöre nicht zu dir, aber du kannst auch mit niemandem außer mir sein. Ich möchte, dass du mir gegenüber loyal bist, ich mache aber, was ich will. Wenn du sauer und traurig bist, sind wir übrigens nicht zusammen. Wenn du Gefühle bekommst, werde ich mich von dir entfernen. Denn du wusstest auf was du dich einlässt. Ich habe dir gesagt, dass ich nicht bereit für eine Beziehung bin.

 

Dieses Zitat habe ich in letzter Zeit öfters in den sozialen Medien gesehen & das amüsante ist, so etwas Ähnliches gab es schon im Jahr 2017 und 2018 zum Thema Dating zu lesen. Anscheinend hat sich in den letzten Jahren nicht wirklich viel getan. Eine Bloggerin hatte diesen Screenshot in ihren Stories gepostet und ihre feedback dazu war enorm, da sie nicht die einzige war, die so fühlt. Das Gute daran ist, man fühlt sich nicht allein. Auch wenn man sich mit seinem Freundeskreis austauscht ist es doch schön zu sehen, dass es anderen ähnlich geht. Obwohl man dazu sagen muss, dass Dating hier ein sehr breit gefächerter Begriff ist.

Meist kommt es nicht mal groß zum daten, weil sich die ganze Kiste im Vorfeld schon erledigt hat. Sei es, das Ghosting betrieben wird, die durchschnittliche Antwort/Reaktionszeit um die 24 Stunden beträgt (immer busy, außer man möchte spontan zum Netflix & Chill vorbei kommen) oder einer von beiden verliert frühzeitig das Interesse. Eine Beziehung zu führen ist heutzutage eine große Herausforderung, aber erst mal so weit zu kommen, das man überhaupt von Beziehung sprechen kann, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Wie oben in dem Zitat treffend formuliert, fühlt sich meist ein Part noch nicht bereit sich auf mehr einzulassen. Alle Aufmerksamkeiten die eine zweier Konstellation so mit sich bringt, nimmt man aber gerne mit, wie z. B. die mentale Unterstützung, falls das Gemüt nicht so gut zurecht ist, gemeinsam Speisen aufnehmen, bei Bedarf Kuscheleinheiten abstauben, sich in allen möglichen Zuständen abholen lassen und dann erst miteinander zu schlafen und dann gemeinsam einzuschlafen. Aber Verantwortung übernehmen oder sich zu der einen Sache comitten? Wo kommen wir denn da hin???

Entweder es wird von Anfang offen kommuniziert, das man seinen Spaß zusammen haben kann, bei Bedarf auch gern die Freundschaftsplus Ebene oder aber man kommuniziert gar nichts, bis einer von beiden dann irgendwann bereit ist, sich emotional soweit zu öffnen und mal  vorsichtig zu fragen, wohin das ganze so führen könnte, um dann die Klatsche zu kassieren, die einen noch mehr verunsichert.

Der englische Begriff „playing grames“ trifft es ganz gut. So wirklich wissen woran man ist, weiß man meist erst im Nachhinein & dann kann man sich selbst  zumindest sagen, das man um eine Erfahrung reicher ist. Auch wenn das auf Dauer gesehen für einen selbst sehr frustrierend sein kann und man Gefahr läuft, abzustumpfen, was bleibt dir heutzutage übrig?

Die andere Variante wäre, wie Samantha aus Sex and Theo City sagte, „Sex wie ein Mann zu haben“. Mal ein kompletter Egofucker zu sein und sich nur zu nehmen was man möchte. Dabei geht es nicht nur um das rein körperliche, sondern auch mental einfach mal die Scheiß-egal-Einstellung an den Tag legen. Die Problematik hierbei ist, groß drüber sprechen kann man nicht  & wenn man nicht gerade in einer Großstadt wohnt, muss man immer beachten, das Person A nicht Person B kennt oder sich mit Person C darüber  austauscht und man selbst schlecht aus der Sache herausgeht, weil andere sich über einen den Mund fusselig reden obwohl man einfach nur an sich gedacht hat…

Dating, das kommt heutzutage einer Wissenschaft gleich, in der man das Gefühl hat, jeder geht mit einer Ritterausrüstung ausgestattet an die ganze Sache heran, um möglichst viel an sich abprallen zu lassen oder sich selbst gar nicht erst angreifbar oder verletzbar zu machen. Und ganz wichtig, nie offen die Gefühlslage ansprechen oder sich annähernd emotional öffnen.

Wenn man das Ganze so niederschreibt, wird einem erst bewusst, wie schön es doch früher war. Nicht nur ist eine Dating Plattform heute das, was früher mal die Diskothek war,  in der man sich noch im realen Leben kennen gelernt hat. Man ist auch viel unbeholfener und entspannter an die ganze Dating Thematik herangegangen & das Ganze hatte viel mehr Leichtigkeit. Selbst wenn es nicht der Traummann/die Traumfrau war, war man zumindest im Nachhinein ehrlich und hat dem Anderen wenigstens mitgeteilt, dass der Funke nicht übergesprungen ist und nicht wie heute, wo man froh sein kann, wenn nach dem Date überhaupt eine Regung vom anderen Geschlecht kommt.

 

Aktueller Stimmungssong: Drake – Nice for What

 

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