Wenn das Leben kein Hollywoodstreifen ist…

Es gibt Phasen im Leben, da passiert einfach nicht viel. Das Leben plätschert so vor sich hin. Das muss nicht auf alle Lebensbereiche gleichermaßen zutreffen aber häufig ist es so, dass der eine Bereich den anderen Lebensbereich mehr oder weniger beeinflusst. Und so wie es im Job teilweise über Monate hinweg monoton verlaufen kann, so kann es auch in der Liebe sein, dass einfach mal nichts passiert. Weder lernt man jemand Neues kennen, noch hat man die Ambition sich beim Online Dating anzumelden oder unter Leute zu gehen, um eine „Story“ zu erleben. So nenne ich es häufig, wenn ich mich mit Freundinnen unterhalte & eine von ihnen jemand Neues kennen gelernt hat. Unser Running-Gag ist immer, mal sehen welche „Story“ wir aus diesem oder jenem Anbändeln im Nachhinein erzählen können. Vielleicht ist es auch gerade das, was es so schwermacht, sich überhaupt auf jemanden einzulassen, weil man sich denkt, ach der spielt nur Spielchen oder aber lässt sich nicht in die Karten schauen oder man geht mit falschen Absichten an die Sache heran. 

So ist es besser, zwischendurch einfach mal nichts zu haben, als wieder aufs Neue enttäuscht zu werden. Es hört sich schlimmer an, als es klingt. Natürlich kann man auch Erfahrungen sammeln und daraus lernen und nicht jede neue Kennlerngeschichte artet in einer Art Story aus,  die lohnenswert ist, erzählt zu werden.  

Einfach, weil auch das, das reale Leben ist. Und dort passiert nicht alles im Zeitraffer eines zwei Stunden Films, wo es am Ende ein Happy End gibt. So oder so kann man die ganze Kennlern-Problematik nur teilweise beeinflussen. Ich bin der festen Überzeugung, wenn man nicht im Reinen mit sich selber ist, besitzt man auch nicht die Ausstrahlung, die einen auf andere Menschen anziehend wirken lässt. Es ist natürlich unmenschlich, bei jedem vor-die-Tür gehen eine tolle Aura zu besitzen, einfach auch aus dem Grund, weil wir auch nur Menschen sind und mal Streit mit der besten Freundin haben, einen scheiß Tag auf der Arbeit oder aber im Stau stehen.  

Nichtsdestotrotz sollte man aber im Grundbild fine mit sich selbst sein. Im Jahr 2019 ist Selbstliebe einer der Begriffe schlechthin, neben dem Wort Achtsamkeit, welches man sowohl im Job als auch im Privatleben immer öfter hört. Ich folge nicht jedem Lifestyle Trend und jeder muss für sich entscheiden, wie er mit gewissen Dingen umgeht. Jedoch ist es im heutigen Zeitalter der Schnelllebigkeit, gar nicht verkehrt, die normalsten Dinge bewusster zu zelebrieren und auch bewusster zu erleben. Dazu gehört auch, sich mit sich selbst auseinandersetzen. Das Ganze soll nicht in einer Art Selbstfindungstrip enden. Jedoch ist schon was da dran, dass die Ausstrahlung einfach auf die Mitmenschen ganz anders wirkt, wenn man mit sich selbst im Reinen ist und das passiert häufig nur dann, wenn man sich auf die ganz eigene Art selbst lieben kann. Ich denke nur, wenn man sich selbst lieben kann, ist man auch bereit, diesen Ansatz an seine Menschen weiterzugeben. Solche Dinge passieren nicht von heute auf morgen und auch hier sind es wieder die Erfahrungen, die uns ebnen, sodass wir diesen oder jenen Weg bestreiten. 

Welche Richtung oder Denkweise man letzten einschlägt, hängt auch immer vom aktuellen Grundempfinden ab. So ist es auch gar keine Schande sich selbst oder anderen zu sagen, dass man weder die Muße noch die Ambitionen hat, mit dem anderen Geschlecht etwas zu starten geschweige denn es näher kennen zu lernen. Es gibt Phasen im Leben (von einer frischen Trennung abgesehen, wo der Kopf nicht frei dafür ist), da ist man so mit sich selbst beschäftigt da ergibt es keinen Sinn sich auch nur ansatzweise zu öffnen und später vor verschlossene Türen zu laufen oder wieder aufs Neue enttäuscht zu werden.   

Meist ist die Phase des Alleinseins auch gar nicht so schlimm, wenn sie von einem selbst ausgeht und man nicht krampfhaft auf der Suche nach etwas ist. Die Krux liegt eher da drin, sich einzugestehen, dass es auch ohne Männergeschichten ein Leben gibt. Im Singleleben dreht es sich häufig um das andere Geschlecht, weil man selbst meist diejenige ist, die noch die „spannenden Stories“ erzählen kann, wenn alle um einen herum ein Haus kaufen, heiraten oder Kinder kriegen.  Aber es ist auch mal schön, einfach nur da zu sitzen, sich von den anderen Themen berieseln zu lassen und sich zu denken es ist gut so wie es gerade alles ist und ich brauche dafür weder den Mann fürs Leben noch den Mann mit dem ich für eine Nacht mein Bett teile, sondern ich ganz sophisticated wie Carry Bradshaw allein nach Hause gehen und fine mit mir sein. 

 

Aktueller Stimmungssong: In & Out of Love (Lost Frequencies Remix)

 

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