Allein sein, in Zeiten von Corona

Heute widme ich mal einem sehr präsenten Thema, dem Alleinsein. Zurzeit ist man mehr oder weniger gezwungen, wenn man nicht in einer festen Partnerschaft befindet, bereits Familie und/oder Kinder hat oder aber alleinerziehend ist, viel Zeit mit sich selbst zu verbringen. Unter normalen Umstände könnte man seine Großeltern besuchen, würde einen Plausch mit den Arbeitskollegen halten, sich mit Freunden im Café verabreden oder seine Sonntage mit Onlinedates verbringen. Da all dies aufgrund der aktuellen Kontaktbeschränkung nicht möglich ist, hat man nur beschränkt sozialen Kontakt mit anderen Menschen.

So selbstverständlich wie die oben genannten Dinge alle sind, so schwer ist es sich an die neue Lebenssituation anzupassen. Diese hat auch recht wenig damit zu tun, dass man im Normalfall sein Leben nicht allein genießen kann bzw. gut zurechtkommt. Nur ist es jetzt so, dass man sehr viel Zeit hat sich mit sich selbst zu beschäftigen. Das macht man in seinem gewohnten Alltag sicherlich auch, vor allem nimmt man sich dann aber bewusst Zeit dafür, wenn man zum Beispiel nicht gut drauf ist, einen schlechten Tag hat oder im schlimmsten Fall sich einsam fühlt und denkt alle anderen leben ihr happy life außer man selbst. Am nächsten Tag schaut es meist wieder besser aus und man hat die Möglichkeit sich mit Freunden zu verabreden oder ist durch den Arbeitsalltag genügend abgelenkt, um auf schlechte Gedanken zu kommen.

Nun muss man sich erst einmal vor Augen halten, es geht nun ganz vielen Menschen so. So sehr man sich sonst mit anderen Menschen verglichen hat, weil xy bis Sonntagsfrüh die Party seines Lebens gefeiert hat und man selbst auf dem Sofa geblieben ist oder Influencer yz die tollste Reise aufs Coachella Festival unternommen hat, so sind auch diese Leute Zuhause und haben so viel Zeit. Diese „fear of missing out“ also auf neudeutsch, die Angst etwas zu verpassen, bleibt komplett aus. Und das ist ein wirklich gutes Gefühl, welches einem jeglichen, sich selbst auferlegten Druck nimmt und auf den Boden der Tatsachen kommen lässt. Es sind zurzeit die kleinen Dinge, die ein Tageshighlight darstellen, sei es die neue Jeanshose zum Einkauf in den Supermarkt auszuführen, sich auf dem Balkon die eigene Wohlfühloase zu gestalten oder bei täglichen Spaziergängen, den neuesten Podcast anzuhören und die Abendsonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Man beginnt die Sachen viel bewusster wahrzunehmen, angefangen von dem fast durchgehend schönen Wetter der letzten Wochen, nimmt sich ein Herz und ruft die Freundin an, bei der man sich Ewigkeiten nicht mehr gemeldet hat oder aber sortiert ordentlich aus, angefangen von der Chaoskommode bis hin zu Kontakten in sozialen Netzwerken.

Es ist die bewusste Pause die man  sich nun zwangsauferlegt hat, ob man möchte oder nicht, die einen aber auch helfen kann, aus der jetzigen Situation das Beste zu machen. So wird jeder der diesen Text liest bei sich selbst feststellen, dass er nun anders mit der ganzen Informationsflut umgeht, als es zu Beginn der Corona Pandemie der Fall war. Was diese Zeit einem vor allem zeigt ist das bewusste reflektieren auf sich selbst und sein Leben und dies werden sicherlich nicht nur die Menschen tun, die jetzt auf sich allein gestellt sind, sondern auch alldiejenigen, die in einer Partnerschaft leben. Sich bewusst damit auseinanderzusetzen, was man möchte, sei es im Arbeitsleben oder aber auch einfach nur darin, mit der vielen vorhanden Zeit ein neues Hobby zu beginnen oder Dinge anzugehen, die man ewig vor sich hergeschoben hat. Es gibt ein Zitat das besagt, „Weit weg bist du oft verdammt nah dran an dir selbst“ welchem ich voll und ganz zustimmen kann. Ich glaube aber, wo das Leben mal die ganzen geschönten Instagram Filter im realen Leben weglässt merkt man, wie verdammt dankbar man für sein eigenes, hoffentlich gesundes Leben und einem hoffentlich sicheren Arbeitsplatz sein kann und diese Erkenntnis ist meist so nah an einem dran, das man gar nicht weit weg sein muss.

Aktueller Stimmungssong (in diesem Sinne, schaltet die Musik auf & tanzt eine Runde durch die eigenen vier Wände): Calum Scott – Dancing on my Own (Tiesto Remix)

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